Nuklearmedizin

Die Nuklearmedizin ist ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet, das sich mit der diagnostischen und therapeutischen Anwendung radioaktiver Substanzen befasst.

Die Nuklearmedizin dient der Untersuchung von Funktionsabläufen im menschlichen Organismus. Es ist möglich, den Jod- Stoffwechsel der Schilddrüse darzustellen, die Nierenleistung und –durchblutung zu messen, krankhaften Knochenstoffwechsel bei Gelenkprothesenproblemen oder bösartigen Geschwülsten frühzeitig zu erkennen , die Lungendurchblutung zu studieren, um Embolien nach Möglichkeit auszuschließen. Es lässt sich beispielweise auch eine belastungsbedingt e Minderduchblutung des Herzmuskels sehen, gleichzeitig die Herzwandbewegung untersuchen und die Auswurfsleistung des Herzens berechnen. Entzündungen, Blutungsquellen, spezielle Lymphknoten / -bahnen lassen sich lokalisieren.

Dem Patienten wird, je nach Fragestellung und Problem, eine schwach radioaktive Substanz in die Vene gespritzt. Die radioaktive Substanz wird zuvor an einen speziellen Tracer gebunden, der die Substanz in das Organ führt, welches untersucht werden soll. Die Substanzen werden problemlos toleriert, Nebenwirkungen gibt es praktisch keine. Die Strahlenbelastung ist häufig deutlich geringer als bei entsprechenden Röntgenuntersuchungen. Nachdem sich die Substanz im zu untersuchenden Organ angereichert hat, werden mit sogenannten Gammakameras, Aufnahmen angefertigt. Diese nennt man Szintigramm.

Die Verteilung der radioaktiven Substanz im Körper dauert unterschiedlich lange. Bei Nieren- und Lungen- Untersuchungen kann sofort mit der Aufzeichnung begonnen werden, bei der Schilddrüse dauert es etwa 20 Minuten, bei Knochen- und Herz-Darstellungen bis zu 3 Stunden. Unter Umständen darf vor einer Untersuchung nicht gegessen werden oder es müssen bestimmte Medikamente abgesetzt werden. Hierüber werden Sie durch unsere Mitarbeiter informiert.

Ein weiteres nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Die PET wird heute in Kombination mit einer Computertomografie (PET-CT), durchgeführt. Sie funktioniert ähnlich wie die Szintigrafie. Auch hier werden radioaktive Marker injiziert, die Stoffwechselprozesse sichtbar machen – allerdings hochauflösend in 3-D-Qualität, was aufwändiger und daher auch kostenintensiver ist.

Doch die Nuklearmedizin bietet nicht nur Möglichkeiten der Diagnostik, sondern auch therapeutische Verfahren an. Zu den wichtigsten Behandlungsmethoden in der Nuklearmedizin zählt die Radiojodtherapie bei Schilddrüsenerkrankungen. „Wir behandeln damit Überfunktionen, >heiße< Knoten, Organvergrößerungen („Kropf“) und Immunerkrankungen der Schilddrüse. Dabei nimmt der Patient einmalig eine Kapsel mit radioaktiv markiertem Jod ein. Dieses reichert sich im kranken Schilddrüsengewebe an und bestrahlt die Schilddrüsenzellen von innen. Zur weiteren ausführlichen Informationen über die Nuklearmedizin empfehlen wir Ihnen die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin: www.nuklearmedizin.de

Unser Leistungsspektrum:

  • Schilddrüsendiagnostik mit Schilddrüsenszintigraphie, Hormonbestimmungen FT3, FT4, TSH basal und TRH-Test, Schilddrüsen-Antikörper, Thyreoglobulin, Calcitonin, Radiojodtest zur Schilddrüsentherapie.
  • Sonographie der Schilddrüse und Lymphknoten mit Farbduplex
  • Skelettdiagnostik bei orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen, zur Metastasensuche nach Tumorerkrankungen oder zum Ausschluss von Tumorerkrankungen, Entzündung versus Lockerung bei schmerzhaften Endoprothesen
  • Herzdiagnostik unter Belastung und Ruhe und unter medikamentöser Therapie zu Infarkt-/ Ischämieabklärung, auch Überprüfung nach Bypass-OP, Verlaufskontrolle, quantitative Funktionsdiagnostik
  • Nierendiagnostik mit 99mTc - MAG3, Abklärung der Nierenfunktion, auch nach Exkretionstimulation (Lasix-Test), Hypertonus-Diagnostik durch Ausschluss einer Nierenarterienstenose einschließlich Captoprilprovokation
  • Knochenmarkszintigraphie mit Antikörpern bei z.B. Plasmozytom, Lymphom, Osteomyelofibrose zur Stadieneinteilung
  • Lungenperfusionsszintigraphie zum Ausschluss einer Lungenembolie oder zur Quantifizierung der Durchblutung vor Operationen
  • Wächter-Lymphknoten-Szintigraphie (Sentinel) bei Mammakarzinom  
  • Blutpoolszintigraphie zum Ausschluss eines Hämangioms, Suche nach unklarer Blutungsquelle, z.B. Gastrointestinaltrakt
  • Hepatobiliäre Sequenz-Szintigraphie (Gallenfunktionsszintigraphie), Differentialdiagnostik von Lebertumoren
  • Tumorszintigraphie
  • Lymphszintigraphie bei Lymphabflussstörungen der Extremitäten
  • Parotisszintigrahie bei Entzündung, Stein oder Tumor in den Speicheldrüsen
  • Nebenschilddrüsenszintigraphie bei Verdacht auf Adenom
  • Radiojodtherapie  
  • PET-CT  bitte informieren Sie sich in unserer Anmeldung

 

 

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